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Stromtarifrechner News: Wenn der Stromanbieterwechsel zur Kostenfalle wird

04. Oktober 2011:

Eigentlich soll er ja ganz einfach sein, der Stromanbieterwechsel. Formular ausfüllen und abschicken, den Rest erledigt der neue Stromanbieter. In den meisten Fällen klappt dies auch, doch einige Stromanbieter nehmen es nicht ganz so genau. und für den Kunden wird der Stromanbieterwechsel plötzlich zur Kostenfalle. So geschehen für einen Verbraucher, der sich nach einem Stromanbietervergleich für den Stromanbieter Flexstrom entschied. Immerhin versprach Flexstrom ihm einen Bonus von 95 Euro, wenn er denn 1 Jahr Kunde bei Flexstrom sei. Der Kunde unterschrieb und wollte nach den 12 Monaten Vertragslaufzeit seinen Bonus einfordern. Nur länger Kunde von Flexstrom wollte er nicht mehr bleiben und hatte seinen Vertrag gekündigt. Die 12 Monate ist er trotzdem Kunde gewesen, aus seiner Sicht hätte er damit einen Anspruch auf den Bonus gehabt. Flexstrom sah das anders und verweigerte die Bonuszahlung. Flexstrom verwies auf seine AGBs, die wie folgt lauten: „Der Bonus entfällt bei Kündigung innerhalb des ersten Belieferungsjahres, es sei denn, die Kündigung wird erst nach Ablauf des 1. Belieferungsjahres wirksam, das heißt es wird kein Bonus gewährt, wenn der Vertrag vor oder zum Ablauf des ersten Belieferungsjahres beendet wird.“

Geschickt gemacht, denn möchte der Kunde seinen Bonus erhalten, muss er länger als 12 Monate Flexstrom Kunde sein. Diese Klausel sei ungültig, neben dem ehemaligen Flexstrom-Kunden sind nun auch weitere betroffene Kunden vor Gericht gegangen, um ihr Recht einzufordern. Auch das Stromvergleichsportal Verivox hatte schon Ärger mit Flexstrom, weil das Unternehmen in den Vergleichen immer wieder auf die vorderen Plätze kletterte, den Bonus aber nicht auszahlte. Flexstrom geriet aber nicht nur aufgrund der Boni in die Kritik. Zahlreiche Kunden beschwerten sich über Preiserhöhungen, die nicht als solche kenntlich gemacht wurden. Die Verbraucherzentrale klagte und bekam vom Berliner Landgericht Recht zugesprochen. Bezüglich der Boni ist noch kein Urteil gefällt worden, leider müssten sich noch mehr Verbraucher wehren, damit die Sachlage eine andere Brisanz erhält. Auch der nun insolvente Stromanbieter Teldafax hat vielen Kunden Ärger bereitet. Teldafax und Flexstrom sind zwei schlechte Beispiele, wenn es um den Stromanbieterwechsel geht. Dennoch gilt dies noch lange nicht für alle Stromanbieter, ein Wechsel kann sich durchaus lohnen, wenn man als Verbraucher auf ein paar kleine Tipps achtet. Es muss nicht unbedingt der billigste Anbieter sein. Auf Vorkasse verzichten und in monatlichen Abschlägen zahlen. Keinen Anbieter wählen, der eine Kaution verlangt und die AGB lesen.

Quelle: Handelsblatt

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