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Schieflage bei der Solarstrom-Förderung
11. Januar 2012:
Obwohl ein baldiges Ende des Solarstrom-Booms vorausgesagt wurde,
hat es auch 2011 wieder ein Rekordergebnis beim Bau von neuen
Solarstromanlagen gegeben. Und wer zahlt die Zeche? Natürlich der
Verbraucher, denn er muss jährlich die EEG-Umlage zahlen, die ständig
steigt, und niemand fühlt sich zuständig, die massiven
Solarstromförderungen zu kürzen.
Überförderung steht hier gegen Überforderung.
Der Endverbraucher ist angesichts ständig
steigender Strompreis und EEG-Umlage überfordert,
der Hausbesitzer mit Solarstrom wird eindeutig überfördert.
Er erhält eine Einspeisevergütung, die auf 20 Jahre festgelegt wird.
Ein einträgliches Geschäft für den
Hausbesitzer, nicht aber für den Endverbraucher, der die EEG-Umlage
bezahlen muss. Allein im Jahr 2011 wurde satte 8 Milliarden €
Fördergelder für Solarstrom ausgegeben.
Die Solarstrom-Förderung beträgt aktuell 24,43 Cent je Kilowattstunde,
Experten rechnen aber vor, dass 15 Cent je Kilowattstunde völlig
ausreichen. Doch für eine angemessen Kürzung sieht sich scheinbar
niemand zuständig. In China werden Module produziert, deren Kosten
deutlich unter dem Preis europäischer Produzenten liegen. Da dies so
niemand erwartet hatte, stieg der Bau der Solaranlagen gegen Ende 2011
noch einmal deutlich an. Energieexperte Holger Krawinkel rechnete vor,
dass bei großen Solaranlagen sogar 10 Cent/Kilowattstunden ausreichen.
Mit 15 bzw. 10 Cent könne die Belastung für den Verbraucher durch
die EEG-Umlage deutlich gesenkt werden.
Dank übermäßiger und völlig
unverhältnismäßiger Förderungen steigt die Nachfrage nach Solaranlagen
unvermindert, doch die wesentliche Frage der Umsetzung der Energiewende
wird damit noch lange nicht beantwortet. Trotz des großen Booms an
Solarenergie trägt diese nur wenige Prozent zur gesamten
Energieversorgung bei, verschlingt aber jährlich Milliarden an
Fördergeldern und EEG-Umlage, die der Bürger aus eigener Tasche
bezahlen muss. Dieses Ungleichgewicht müsste genauso behoben werden,
wie die ungerechte Preisverteilung zwischen Industriestrom und
Privatstrom. Es ist schon erstaunlich, wie die Stromwirtschaft in
Deutschland funktioniert. Ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt.
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