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Atomstrom meistbietend zu verkaufen

Es mutet an wie ein Puppentheater, wer lässt sich die besten Gags einfallen, um die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Eigentlich gar nicht zum Lachen, man könnte die neueste Idee der Regierung schon eher als Trauerspiel bezeichnen. Sie denkt laut darüber nach, die Laufzeiten der Atommeiler meistbietend zu versteigern. Die Energiekonzerne sollen dann im Wettbewerb ordentliche Milliarden zahlen und die Regierung wäre eine Verantwortung für gutes Geld los geworden. Das Drama um die Atommeiler nimmt einfach kein Ende und wird dabei immer absurder. Man nimmt sich einfach ein Beispiel an den Versteigerungen für die Mobilfunklizenzen. Diese hatten vor ein paar Jahren ordentlich Geld in den Staatshaushalt gespült und Schwups ist der Gedanke geboren, dies könne man doch auch sehr gut mit den Laufzeiten der Atommeiler umsetzen. Für den Bürger begründet man die Überlegung mit den netten Worten „Wettbewerb und Transparenz“. Die damit verbundenen Risiken schweigt man selbstverständlich aus. CDU und FDP zeigten sich zunächst begeistert, während die SPD der Koalition einen „Sonnenstich“ attestierte. Umweltschützer reagierten entsetzt, die Energiekonzerne selbst erst einmal zurückhaltend. Die Grünen hatten deutliche Worte, Atomstrom sei keine Basarware, die man x-beliebig versteigern könne, sondern ein enormer Risikofaktor. Man darf also spekulieren, welche Beweggründe hinter dieser laut geäußerten Überlegung stehen mögen. Will die Regierung vielleicht die Verantwortung von sich weisen? Immerhin wäre mit dieser abstrusen Idee das ungeliebte Wahlkampfthema vom Tisch. Oder geht es nur um die zusätzlichen Mehreinnahmen? Dann dürfte man allerdings an deren Verstand zweifeln und hoffen, dass in Zukunft bei klammen Kassen nicht noch mehr solcher bizarren Ideen entworfen werden. Dann sprach die Kanzlerin und erteilte der ganzen Idee eine Absage. Fürchtet sie um Wählerstimmen? Die Begründung für die Absage war wie so oft etwas schwammig gehalten, klare Aussagen sind nicht die Stärke der Kanzlerin. Sie möchte eine weitere Steuer einführen, um das Problem zu lösen. Insgesamt kann man wohl letztlich nur festhalten: „Warum einfach, wenn es auch schwer geht!“ Die Lösungen verschiedener Wissenschaftlicher liegen eigentlich so nah, der Atomausstieg wäre in den nächsten eigentlich kein Problem. Also macht man eines daraus und versucht gleichzeitig noch Kapital daraus zu schöpfen.

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