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Zu windig für Ökostrom

Ökostrom, beinahe jeden Tag lassen sich News und Nachrichten zu diesem Thema finden und nachlesen. Vor- und Nachteile, Zukunftsprognosen, gekürzte Subventionen, neue Windparks und nun auch noch eine Überproduktion. Es ist zu windig in Deutschland, die Windräder drehen sich ohne Unterlass und es wird zu viel Strom produziert. Wohin mit dem Strom? Die Speicherkapazitäten sind noch nicht ausreichend, es wird noch zu viel Atomstrom produziert. Interessanterweise wurde der an der Nordsee erzeugte Strom den Bayern zu viel und nicht etwa den Küstenbewohnern. Aufgrund der letzten stürmischen Tage kam der Netzbetreiber Transpower etwas unerwartet in den Genuss von zusätzlichen 7500 Megawatt Ökostrom. Doch Transpower wusste zunächst gar nicht wohin mit dem unerwarteten Stromsegen, denn der Bedarf war schon durch klassische Kraftwerke abgedeckt. Die Kraftwerke lassen sich nicht kurzfristig abschalten oder die Produktion drosseln, das wäre viel zu aufwendig und teuer. Also versuchte Transpower an der Strombörse einen Abnehmer für seinen Strom zu finden. Die Folge dessen, der Preis rutschte in den Keller. Kunden des Unternehmens, die sich hilfsbereit erklärten, erhielten dann nicht nur Strom, sondern gleichzeitig auch noch 1,50€ pro Kilowattstunde gutgeschrieben. Mögen die letzten Tage eine Ausnahme gewesen sein, schließlich sind derartige Wetterzustände kein Normalfall, ist das Problem aber dennoch schon länger bekannt. Werden die Kapazitäten der Windkrafträder noch zunehmen, dann wird sich das Problem deutlich verschärfen und sich nicht mehr auf Wetterphänome schieben lassen. Man versucht das Problem mit intelligenten Stromzählern, dynamischen Preisen und ferngesteuerten Haushaltsgeräten in den Griff zu bekommen. Die Grundlagen sind schon geschaffen, doch um solche Spitzenzeiten aufzufangen sind noch viel zu wenige Haushalte mit der modernen Technik ausgestattet. Also muss der Strom irgendwie und irgendwo gespeichert werden, um ihn später bei Bedarf verwenden zu können. Es wird mit Hochdruck an Speicheranlagen gearbeitet, noch sind die Systeme aber nicht vollständig ausgereift. Irgendwie wurde wieder einmal das Pferd von hinten aufgezäumt. Man investiere in Ökostrom, kurbelt die Produktion an, streicht Subventionen ein und wenn dann ordentlich Strom produziert wird, weiß keiner wohin damit. Es besteht also dringend Handlungsbedarf die Speicherkapazitäten mindestens genauso schnell auszubauen wie die Ökostromanlagen selbst auch.

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